Zum Inhalt springen

Direktbuchung

Booking.com-Provision: Was sie deine Ferienwohnung im Jahr wirklich kostet

Fünfzehn Prozent klingen nach wenig, bis man sie einmal für ein ganzes Jahr zusammenrechnet. Hier steht, wie Booking.com und Airbnb ihre Gebühren berechnen, was das bei einer typischen Ferienwohnung ausmacht und was hilft, damit mehr Gäste direkt bei dir buchen.

Carlos Ortiz Liz
· 8 Minuten Lesezeit

Buchungskalender einer Ferienunterkunft auf Laptop und Handy, Gäste wählen Anreise und Abreise direkt auf der Webseite

Ich arbeite seit 13 Jahren im Tourismus und führe zusammen mit Zita casa abruzzo, unsere Kochreisen in den Abruzzen. Bei uns buchen die Gäste über ein eigenes Buchungsmodul auf der Webseite. Wenn ich mit anderen Gastgebern spreche, kommt früher oder später dieselbe Frage: Lohnt sich das, oder lässt man besser alles über Booking.com laufen?

Eine ehrliche Antwort fängt mit einer Zahl an, die viele gar nicht genau kennen: Was die Portale im Jahr tatsächlich kosten. Also rechnen wir das einmal sauber durch.

Was von 120 Euro für eine Nacht bei dir bleibt

Direkt auf deiner Webseite

Booking.com mit 15 %

Booking.com mit Programmen, z. B. 18 %

Airbnb, Gebühr nur für Gastgeber, 15,5 %

Ein Beispiel. Zahlungsgebühren und Mehrwertsteuer auf die Provision sind nicht eingerechnet.

So berechnet Booking.com die Provision

Bei Booking.com zahlst du für jede Buchung einen festen Prozentsatz vom Wert der Reservierung. Das Einstellen der Unterkunft selbst kostet nichts. Wie hoch der Satz ist, hängt vom Land, von der Art der Unterkunft und von der Lage ab. Das schreibt Booking.com selbst in seinem Hilfebereich für Partner.

In der Praxis liegt der Grundsatz für Ferienwohnungen meistens bei 15 Prozent. Höher wird es, wenn du an Programmen wie Genius, Preferred Partner oder dem Visibility Booster teilnimmst. Genius verlangt von dir Rabatte für Stammkunden des Portals, Preferred Partner und Visibility Booster kosten zusätzliche Prozentpunkte für mehr Sichtbarkeit. Deinen tatsächlichen Gesamtsatz findest du im Extranet unter „Möglichkeiten“ (Opportunities).

Was Airbnb nimmt

Airbnb hat lange mit einer geteilten Gebühr gearbeitet: rund 3 Prozent zahlt der Gastgeber, den größeren Teil zahlt der Gast obendrauf. Dieses Modell stellt Airbnb seit 2025 schrittweise auf eine Gebühr um, die nur der Gastgeber trägt. Sie liegt bei 15,5 Prozent, für Unterkünfte in Italien kann sie höher sein.

Wer seine Unterkunft über eine Verwaltungssoftware mit Airbnb verbunden hat, ist seit dem 27. Oktober 2025 automatisch im neuen Modell. Für Gastgeber im Europäischen Wirtschaftsraum war die Umstellung für den Herbst 2026 angekündigt. Welches Modell für dich gilt, siehst du in deinen Auszahlungseinstellungen bei Airbnb.

Die beiden großen Portale im Vergleich

Booking.com

meist 15 %

vom Wert jeder Reservierung

  • Satz hängt von Land, Art und Lage ab
  • Genius, Preferred und Visibility Booster kosten extra
  • Einstellen der Unterkunft kostet nichts

Airbnb

15,5 %

Gebühr nur für Gastgeber, neues Modell

  • Vorher rund 3 % für Gastgeber, den Rest zahlt der Gast
  • Bei Anbindung über Software seit 27.10.2025 Pflicht
  • In Italien kann der Satz höher sein

Stand Oktober 2026. Die Quellen stehen am Ende des Artikels.

Damit landen beide großen Portale ungefähr in derselben Gegend. Für die Rechnung unten nehme ich deshalb 15 Prozent als Grundwert und 18 Prozent für den Fall, dass du an einem der Programme teilnimmst.

Ein Jahr durchgerechnet

Nehmen wir eine Ferienwohnung mit einem Durchschnittspreis von 120 Euro pro Nacht und 150 belegten Nächten im Jahr. Das sind 18.000 Euro Umsatz. 70 Prozent davon kommen über Booking.com, der Rest bucht direkt oder kommt wieder.

Beispielrechnung für eine Ferienwohnung
HeuteMehr direkt
Umsatz im Jahr18.000 €18.000 €
Anteil über Booking.com70 %50 %
Umsatz über Booking.com12.600 €9.000 €
Provision bei 15 %1.890 €1.350 €
Provision bei 18 %2.268 €1.620 €

Ein Beispiel mit runden Zahlen, keine Vorhersage. Mehrwertsteuer auf die Provision und Zahlungsgebühren sind nicht eingerechnet.

Provision pro Jahr im Beispiel, Grundsatz 15 Prozent

Sinkt der Anteil über das Portal von 70 auf 50 Prozent, bleiben im Jahr zwischen 540 und 648 Euro mehr bei dir. Über fünf Jahre sind das je nach Satz etwa 2.700 bis 3.200 Euro, bei derselben Zahl an Gästen. Bei zwei oder drei Wohnungen vervielfacht sich das entsprechend.

Mit deinen eigenen Zahlen geht das im Provisionsrechner schneller. Dort stellst du Buchungen, Buchungswert, Provision und den Anteil ein, der direkt kommen könnte.

Provisionsrechner auf carlosortizliz.com mit Reglern für Portalbuchungen, Buchungswert, Provision und Direktanteil
Der Provisionsrechner auf dieser Seite. Die Werte im Bild sind ein Beispiel.

Warum die Portale trotzdem ihren Platz haben

Ich will hier nicht gegen Booking.com schreiben. Für viele Gäste ist das Portal der erste Ort, an dem sie überhaupt von deiner Unterkunft erfahren. Und ein Teil davon sucht danach deinen Namen bei Google und bucht direkt.

Der Billboard-Effekt in vier Schritten
  1. 1

    Entdeckt auf dem Portal
    Der Gast sieht deine Unterkunft bei Booking.com.

  2. 2

    Sucht deinen Namen
    Er googelt dich, um mehr zu erfahren.

  3. 3

    Landet auf deiner Seite
    Fotos, Preise und freie Tage auf einen Blick.

  4. 4

    Bucht direkt
    Ohne Provision, wenn er dort auch buchen kann.

Dazu gibt es eine bekannte Untersuchung der Cornell University aus dem Jahr 2009. Chris Anderson hat dort gezeigt, dass Hotels, die auf Expedia gelistet waren, zusätzlich zwischen 7,5 und 26 Prozent mehr Buchungen über ihre eigenen Wege bekamen. Man nennt das den Billboard-Effekt, das Portal wirkt wie eine Plakatwand.

Damit dieser Effekt bei dir ankommt, muss es aber etwas geben, wo man direkt buchen kann. Wer nach dem Namen sucht und nur eine Seite mit Telefonnummer und Kontaktformular findet, geht zurück zum Portal. Dort ist der Knopf „Jetzt buchen“ ja schon da.

Darfst du direkt günstiger sein?

Ja. Booking.com wurde im Mai 2024 von der EU-Kommission als Gatekeeper nach dem Digital Markets Act eingestuft. Seit dem 14. November 2024 darf das Portal Unterkünften in der EU nicht mehr verbieten, auf anderen Kanälen andere Preise anzubieten, auch auf der eigenen Webseite. Preise auf anderen Kanälen dürfen auch die Teilnahme an Programmen wie Genius oder Preferred nicht mehr beeinflussen. Ende September 2026 hat die Kommission dazu weitere Zusagen von Booking.com veröffentlicht.

Was sich bei der Preisfreiheit getan hat
  1. Die EU-Kommission stuft Booking.com als Gatekeeper nach dem Digital Markets Act ein.

  2. Booking.com darf andere Preise auf anderen Kanälen, auch auf deiner Webseite, nicht mehr verbieten.

  3. Die Kommission veröffentlicht weitere Zusagen von Booking.com, unter anderem zu Genius und Preferred.

Du musst den Preis nicht unbedingt senken. Oft reicht ein kleiner Vorteil, der für dich wenig kostet: ein Frühstückskorb am ersten Morgen, ein späterer Check-out, kostenlose Stornierung bis kurz vor der Anreise. Wichtig ist nur, dass der Gast den Vorteil auf deiner Seite auch sieht.

Was eine Direktbuchung braucht

Bis jemand wirklich auf „Buchen“ drückt, müssen einige kleine Dinge zusammenpassen. Das hier sind die Punkte, die aus meiner Erfahrung den Unterschied machen.

Vier Dinge, auf die es ankommt

Ein Kalender, der stimmt

Der Gast will sehen, ob seine Daten frei sind und was es kostet, ohne eine Anfrage zu schicken und auf Antwort zu warten. Der Kalender auf deiner Seite muss also mit den Portalen abgeglichen sein, sonst drohen Doppelbuchungen. Für eine einzelne Wohnung reicht oft ein Abgleich über iCal-Links, ab mehreren Einheiten lohnt sich ein Channel Manager, der Preise und Verfügbarkeit in alle Richtungen verteilt.

Eine Seite, die am Handy schnell lädt

Viele Gäste schauen sich eine Unterkunft zuerst am Handy an. Wenn die Seite dort lange lädt oder der Buchungsknopf erst nach drei Mal Scrollen auftaucht, sind sie weg. Wie schnell deine Seite wirklich ist, misst Google mit PageSpeed Insights. Im Webseiten-Check bekommst du diese Werte zusammen mit einer Einordnung.

Bei Google gefunden werden

Wer deinen Namen auf Booking.com gesehen hat und danach googelt, sollte deine eigene Seite ganz oben finden. Dazu gehören ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit Fotos und einem Link auf deine Buchungsseite und eine Webseite, die Google gut lesen kann: klare Titel, eine Beschreibung pro Seite, Sprachversionen sauber verknüpft.

Wissen, woher die Buchungen kommen

Ohne Zahlen bleibt alles ein Bauchgefühl. Du solltest sehen können, wie viele Buchungen direkt kamen, über welchen Weg die Gäste auf deine Seite gefunden haben und an welcher Stelle sie abbrechen. Das geht auch ohne Google Analytics und ohne Cookie-Banner, mit einer eigenen Messung, die keine persönlichen Daten speichert.

Dashboard mit Anteil der Direktbuchungen und gesparter Provision nach Kanälen
Im Dashboard sieht man den Anteil der Direktbuchungen und die Provision, die nicht an ein Portal ging. Aus der Vorführung, die Zahlen sind erfunden.

Aus Portalgästen Stammgäste machen

Am meisten bringt der Gast, der schon einmal da war. Wer zufrieden abreist, bucht beim nächsten Mal gern direkt, wenn er weiß, wie. Ein paar Dinge haben sich dabei bewährt:

  • Eine kleine Karte in der Wohnung mit deiner Webseite und dem Vorteil für Direktbucher.
  • Die Webseite in der Willkommensmappe und auf dem WLAN-Zettel, also da, wo Gäste ohnehin hinschauen.
  • Ein Newsletter, für den sich Gäste selbst anmelden, zum Beispiel über einen QR-Code in der Wohnung.

Schön, dass ihr da wart

Beim nächsten Mal direkt buchen

Wer direkt bei uns bucht, findet bei der Ankunft einen Frühstückskorb in der Küche.

www.deine-unterkunft.it
So eine Karte kann neben dem WLAN-Zettel liegen. Ein Beispiel, Text und Vorteil wählst du selbst.

Eine Sache solltest du lassen: Gäste aus Portalbuchungen ungefragt anschreiben, um für die nächste Buchung zu werben. Die Kontaktdaten aus der Buchung sind für die Abwicklung des Aufenthalts da. Für Werbung per E-Mail oder Nachricht brauchst du in der Regel die Einwilligung des Gastes, das verlangen die Datenschutz-Grundverordnung und in Deutschland zusätzlich das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Wie viel macht das bei dir aus?

Das hängt von deinen Zahlen ab, und die kennst nur du. Wenn du magst, rechne sie im Provisionsrechner durch. Und wenn du wissen willst, wo deine Webseite heute steht, mach den kostenlosen Webseiten-Check. Nach etwa einer Minute hast du die Messwerte von Google und eine Rechnung zur Portalprovision für deinen Betrieb.

Bei Fragen schreib mir einfach. Ich antworte selbst, auf Deutsch, Englisch oder Spanisch.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Provision bei Booking.com?

Booking.com berechnet einen festen Prozentsatz vom Wert jeder Reservierung. Der Satz hängt von Land, Art und Lage der Unterkunft ab und liegt für Ferienwohnungen meistens bei 15 Prozent. Programme wie Genius, Preferred Partner oder Visibility Booster erhöhen ihn.

Was zahlen Gastgeber bei Airbnb?

Bei der geteilten Gebühr zahlt der Gastgeber rund 3 Prozent, der Gast den Rest. Airbnb stellt seit 2025 schrittweise auf eine Gebühr um, die nur der Gastgeber zahlt. Sie liegt bei 15,5 Prozent, in Italien kann sie höher sein.

Darf ich auf meiner Webseite günstiger sein als auf Booking.com?

Ja. Seit dem 14. November 2024 darf Booking.com Unterkünften in der EU nach dem Digital Markets Act nicht mehr verbieten, auf anderen Kanälen, auch auf der eigenen Webseite, andere Preise anzubieten.

Lohnt sich eine eigene Buchung für eine einzelne Ferienwohnung?

Das hängt vom Umsatz und vom Anteil der Portalbuchungen ab. In der Beispielrechnung mit 18.000 Euro Umsatz bleiben 540 bis 648 Euro im Jahr mehr, wenn der Anteil über das Portal von 70 auf 50 Prozent sinkt. Mit dem Provisionsrechner lässt sich das mit den eigenen Zahlen prüfen.

Wie vermeide ich Doppelbuchungen zwischen Webseite und Portalen?

Der Kalender der eigenen Webseite muss mit den Portalen abgeglichen sein. Für eine einzelne Unterkunft reicht oft ein Abgleich über iCal-Links, bei mehreren Einheiten ein Channel Manager.

Quellen

  1. Booking.com Partner Hub: Understanding our commission
  2. Holidu: Provisionen der wichtigsten Portale für Ferienhäuser (Februar 2026)
  3. Hospitable: Airbnb service fees, split fee vs. host-only fee
  4. Hospitality ON: Brussels secures new guarantees from Booking.com on hoteliers’ pricing freedom (30.09.2026)
  5. Chris Anderson, Cornell University: The Billboard Effect (2009)

Stand der Angaben: 13. Oktober 2026. Gebühren der Portale ändern sich, im Zweifel gilt dein Vertrag.